Zwei erfüllende Wochenende waren das im Oktober.
In Fulda traf sich die Gehörlosengemeinde am Samstag, 17.10. zu einem großen Erntedank-Frühstück. Viele Menschen sind der Einladung gefolgt und der ein oder andere Überraschungsgast war dabei. Zu Beginn fehlten Stühle und nicht jeder hatte Geschirr, aber schließlich fand jeder seinen Platz. All das war nur möglich, durch die vielen Helferinnen und Helfer. Deshalb vielen Dank an alle, die Essen mitgebracht und in der Küche geholfen haben!
Auch in Hanau hat sich die Gemeinde zu einem gemeinsamen Frühstück getroffen. Eine Besonderheit hier: Das Frühstücksbuffet füllte sich mit regionalen Köstlichkeiten. Jemand brachte das Vollkornbrot vom Lieblingsbäcker mit, eine andere Person die Aufstriche vom Wochenmarkt und auch an die traditionellen Wurstsorten wurde gedacht. Es wurde ausgiebig gegessen und geplaudert.
Im Gottesdienst sprach Pfarrerin Sperzel über das Thema „Empfangen und Danken“: Gott gibt. Gott gibt im Überfluss. Er hat uns seine Welt geschenkt, auf der wir alles finden, was wir zum Leben brauchen. Für viele Menschen im Alltag selbstverständlich. Doch leider sind viele Ressourcen nicht gerecht verteilt. Das ist in Deutschland schon so, aber in vielen anderen Ländern auf der Welt sehr viel schlimmer. Eigentlich ist genug da, doch die Schätze der Erde sind ungerecht verteilt.
Mit dem Dank an Erntedank wird mir bewusst: Mir geht es gut. Ich habe alles, was ich brauche. Mein Tisch ist gefüllt und deshalb kann ich auch danken. Gleichzeitig sehe ich, das trifft nicht auf alle Menschen zu. Mit meinem Dank öffne ich die Augen für die Nöte anderer Menschen. „Empfangen und Danken“ – „Nehmen und Geben“, das gehört zusammen.
„Es ist wie Weihnachten“, sagte ein Gemeindemitglied in Fulda. Hoffentlich ein Gefühl, dass viele von diesem Vormittag mit nach Hause nahmen.
Schon 2020 sollte die Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge (DAFEG) in Hofgeismar stattfinden. Damals musste sie wegen Corona ausfallen. Jetzt vom 14. bis 18. Oktober 2024 trafen sich Mitarbeitende in der Gehörlosenseelsorge aus ganz Deutschland in Hofgeismar. Feierlich eröffnet wurde die Tagung mit einem Gottesdienst in der Brunnenkirche Hofgeismar. Zu dem Gottesdienst waren auch Gehörlose aus Kassel und Umgebung gekommen. Trotz kalter Kirche schaffte es der Gebärdenchor aus Kassel, die Gemeinde in „Bewegung und Stimmung“ zu bringen. Von den Gebeten, Psalmen, Schriftlesung, Glaubensbekenntnis bis zu den Fürbitten – der gesamte Gottesdienst wurde von Gehörlosen aus Kassel getragen: ein gutes Zeichen für die Zukunft. Dazwischen immer wieder Gebärdenlieder – mal zusammen mit der Gemeinde, mal nur der Chor. Die Predigt wurde von der Landesbischöfin Beate Hofmann gehalten. Sie sprach von den Einschnitten und Herausforderungen, die in der Zukunft kommen werden, aber auch von Macht und Missbrauch – dem Thema der Tagung. Ernste und bedrückende Themen und trotzdem gibt es die frohe Botschaft, die Menschen Mut macht, Angst nimmt und immer wieder uns neu aufbrechen lässt. Jesus erzählt in der Beispielgeschichte „Vom Sämann“, dass viele Körner beim Aussäen verloren gehen, aber dort, wo ein Korn in gute Erde fällt, dort trägt es Frucht: hunderte neue Körner wachsen neu. Das ist die frohe Botschaft, dass ein Mensch so viel Gutes bewirken kann. Nach dem Gottesdienst kamen wir im Tagungshaus zusammen, um gemeinsam zu Abend zu essen und zu plaudern.
Herzlichen Dank für die gute Vorbereitung und die viele Mühe, die sich der Gebärdenchor Kassel gemacht hat. Viele Menschen sagten: Der Gottesdienst war toll!


Am 12. Oktober 2024 hat die Gehörlosengemeinde Bad Hersfeld ihren Erntedankgottesdienst mit Pfarrerin Ute Bätzing gefeiert. Der Pfarrer im Ruhestand Matthias Heinisch war auch dabei. Der Abendmahlsgottesdienst hat um 10.30 Uhr begonnen. Wie jeden Sonntag hat der Gebärdenchor mitgewirkt und den Gottesdienst mit seinen Gebärdenliedern bereichert. Im Anschluss hat sich die Gehörlosengemeinde zum Frühstückim Raum der Begegnung getroffen. Das Frühstücksbuffet war schmackhaft und einladend vorbereitet und serviert. Das gemeinsameFrühstück und die angenehme Unterhaltung, bis in den späten Nachmittag hinein, hat allen gutgetan.
Bericht: Reinhard Rühl
Dieses Jahr feierten wir Erntedank am Samstag, 12. Oktober 2024. In Korbach war Mittelaltermarkt und viele Stände luden zum Bummeln und Kaufen ein.
Wir hatten aber etwas anderes vor: Frau Pettkus ehemalige Nachbarn haben ein italienisches Restaurant. Dort hatten wir einen Tisch bestellt, um gemeinsam zu essen.
Es war schön gemeinsam zusammen zu sein, zu plaudern und es sich gut gehen zu lassen. Am Ende des Essens warf jeder Geld „in den Hut“ und davon wurde das Essen und die Getränke bezahlt. Im Anschluss gingen wir in die Kilianskirche und feierten eine kurze Andacht mit Abendmahl.Dann schlenderten wir über den Markt und genossen das Ende eines schönen Tages.
Am Samstag, 28.9.2024 haben wir Emmi Beilborn auf dem Friedhof in Marburg-Wehrda beigesetzt. Im August haben wir noch gemeinsam die Familienfotos der großen und bunten Familie Beilborn angesehen. Ich war sehr traurig, als ich hörte, dass Emmi jetzt keine Lebenskraft mehr hatte und am Freitag, 20.9. friedlich gestorben ist. Sie war 86 Jahre alt. Viele Menschen waren gekommen, auch kleine Kinder, denn Emmi hatte schon 8 Urenkel. Alle waren sehr traurig, aber wir haben uns daran erinnert, dass sie sehr gerne „Mensch-ärgere-dich-nicht“ gespielt hat. Jetzt hat sie alle ihre Spielfiguren „im Häuschen“. Sie ist jetzt bei Gott. Sie hat jetzt Frieden. Wir sind weiter miteinander unterwegs und Gott geht mit. Geholfen hat uns Psalm 34,8 „Der Engel des Herrn beschützt die, die an Gott glauben“. Nach der Trauerfeier waren wir alle noch zusammen im Restaurant Carle. Das hat den Angehörigen und vor allem Friedrich Beilborn sehr geholfen. Er ist jetzt Witwer, aber die ganze Familie und die Gemeinde hat ihm gezeigt, dass er nicht alleine ist.
Im nächsten Gottesdienst in Marburg-Cappel, am 20.10. um 14 Uhr werden wir an Emmi Beilborn denken.
Pfarrerin Ute Bätzing
