Gehörlose und Hörende feiern gemeinsam Gottesdienst
Am 3. November 2019 feierte die Gehörlosengemeinde Homberg gemeinsam mit der hörenden Gemeinde Gottesdienst. Der Gottesdienst fand in der evangelischen Kirche St. Marien in Homberg statt. In ihr wurde 1526 die Reformation in Hessen eingeführt. Der zweisprachige Gottesdienst wurde von Pfarrer Hochschorner von der Gehörlosengemeinde und von Pfarrerin Zimmermann von der hörenden Gemeinde geleitet. Außerdem haben Frau Borß und Frau Schleicher Teile des Gottesdienstes gebärdet. Um was für ein Thema ging es im Gottesdienst? Wir Christen sind ganz unterschiedliche Personen. Das ist nicht immer einfach im alltäglichen Zusammenleben. Aber durch Jesus Christus sind wir alle zu einer Gemeinschaft verbunden. Im Abendmahl haben wir das gemeinsam gefeiert. Nach dem Gottesdienst gab es noch Kaffee und Kuchen.
Viel los am 12. und 20. Oktober 2019 in Hanau und Fulda: Erntedankfest in den Gebärdengemeinden. Zuerst gemeinsames Mittagessen und Gemeindevorstandswahl. In Hanau hat Gaby wieder Kürbissuppe selbst gekocht. Typisches Herbst-Gericht, sehr lecker, vielen Dank! Ansonsten gab es in Hanau und Fulda deftigen Leberkäse mit Kartoffelsalat zum Mittagessen. Im Gottesdienst mit Abendmahl zeigte Pfarrerin Keller-Stenzel einen Gedanken von Hildegard von Bingen: Beste Medizin für uns ist Gottes Barmherzigkeit. Wo spürbar? Zum Beispiel in Gemeinschaft, die stark ist und gelingt. Und im Abendmahl. Danke Gott für seine Barmherzigkeit. 
Nach dem Gottesdienst Kaffeetrinken, viele selbstgebackene Kuchen. Zeit zum Plaudern. Ernste und heitere Themen. Beides tut gut. In Fulda hat Diakonin Brenzel Beratung angeboten. Das Beratungs-Angebot ist wichtig und wird gern angenommen, z.B. wegen Anträgen für ‚Stiftung Anerkennung & Hilfe‘. Vielen Dank an Frau Brenzel für die Beratungsmöglichkeit vor Ort in Fulda und Hanau.
Zum ersten Mal gab es dieses Angebot in Immenhausen-Mariendorf bei Kassel: eine Reitlehrerin und eine Yogalehrerin boten am 22. September 2019 einen Nachmittag zum Kennenlernen an. Mit dabei waren drei Teilnehmerinnen aus Kassel und Diakonin Stefanie Brenzel, die bei Fragen übersetzte. Nach einem ersten Kennenlernen lernten wir im Yogaraum Übungen zur Entspannung. Frau Christine Scheidemantel zeigte uns, wie die Yogaübungen aussehen und wir probierten sie danach selbst aus. Einatmen und Ausatmen in den Bauchraum, in den Brustraum und in die Lungenspitzen. Die Übungen waren sehr einfach und wir konnten alle gut mitmachen. Am Ende zeigte sie uns Klangschalen und wir fühlten die beruhigende Wirkung der Klangvibration. Anschließend gab es eine Pause bei Kaffee, Tee und Kuchen. Wir lernten das schöne Seminarhaus von Familie Scheidemantel kennen.
Gut gestärkt ging es dann über einen kurzen Spaziergang durchs Feld zu den Pferden. Darauf freuten wir uns besonders. Frau Stephanie Hecht stellte uns Haflinger Azuro vor. Er durfte als Therapiepferd mit uns arbeiten. Sie erklärte uns gut, worauf es beim Kontakt mit Pferden ankommt. Erstmal ein vorsichtiges Beschnuppern. Das heißt, das Pferd darf zum Kennenlernen an der Menschenhand riechen. Danach wurden sein Pferdefell gestriegelt, die Mähne gekämmt und die Hufe geputzt. Endlich durften alle Teilnehmerinnen sich nacheinander einmal auf den Pferderücken setzen. Je nach Schwierigkeitsgrad wurde im Schritt geritten oder auch im Trab die Bewegungen des Pferdes gefühlt. Frau Hecht führte dabei das Pferd durch die Reithalle des Vereins für Therapeutisches Reiten in Mariendorf. Es war schön zu sehen, wie gut Azuro auf die Körpersprache der Menschen reagierte. War die Reiterin angespannt, ging er vorsichtiger. War die Reiterin entspannt, ging er lockerer. Er passte sehr gut auf alle auf. Wir alle freuten uns sehr, dass es diese Möglichkeit gab. Ganz herzlichen Dank an Frau Hecht und Frau Scheidemantel, dass beide diese tollen Erfahrungen für uns möglich gemacht haben.
Wunderschönes Sonnen-Wetter am 21. September 2019. 34 Personen aus den Gemeinden Hanau und Fulda gemeinsam unterwegs. Start mit dem Bus am frühen Morgen in Fulda. Stationen in Schlüchtern und Hanau. Dann mit allen zusammen weiter nach Rüdesheim. Spaziergang durch die Drosselgasse. Auf dem Weg viel zu sehen, plaudern, Federweißer probieren. Seilbahnfahrt zum Niederwald-Denkmal. Ein beeindruckendes Panorama ins Mittel-Rheintal (Weltkultur-Erbe). Picknick mit Landbrot und „Ahler Worscht“ (=Spezialität aus Nordhessen). Kleiner Unfall mit dem Bus auf dem Parkplatz beim Niederwald-Denkmal. Zunächst große Aufregung. Zum Glück kein Personenschaden. Gott sei Dank. Weiterfahrt zur Abtei St. Hildegard.
Herzlicher Empfang durch Schwester Fidelis. Fidelis hat uns das Leben im Kloster erklärt: früh aufstehen, beten und arbeiten, 5 Mal am Tag Kloster-Gebet. Beeindruckend. Im Klostercafé war alles liebevoll vorbereitet: köstlicher Käsekuchen aus der Kloster-Bäckerei. Der Klosterbesuch war Stärkung für Körper, Geist und Seele. Anschließend Besuch beim Weinstand vom Weingut Schneider (gl) in Schierstein. Toller Platz direkt am Rheinufer. Manfred Schneider, Winzer, ist mit vielen aus unserer Gruppe befreundet. Fröhliches Wiedersehen und köstlicher Wein. Zum Abschluss Abendessen im Restaurant Taunusblick. Gut gelaunt fahren wir wieder heim. Ein wunderbarer Tag: wohltuende Gemeinschaft, guter Kontakt. Danke an alle, die dabei waren. Unvergessliche Erinnerung.
Mittlerweile ist es ein vertrauter Termin: immer am zweiten Wochenende im September findet auf dem Gelände der Behinderteneinrichtung Hephata in Schwalmstadt-Treysa das Jahresfest statt. Neben vielen Ess- und Verkaufsständen gibt es Ausstellungen und Mit-Mach-Aktionen. Auf den drei Bühnen treten Musik- und Tanzgruppen auf oder Pantomimen und Zauber zeigen ihre Kunst.
Am 8. September 2019, um10:00 Uhr, begann der Gottesdienst „für alle“, der auch in Gebärdensprache übersetzt wurde. So früh war es noch kalt. Deshalb tat es gut, dass der Gottesdienst, die Lieder und die Musik zum Bewegen einlud. Zwar waren nicht 5000 Menschen gekommen – so wie es die Bibelgeschichte von der „Speisung der 5000“ erzählte – aber alle Gottesdienstbesucher bekamen etwas zu essen und wurden satt.
Im Anschluss an den Gottesdienst schauten wir uns auf dem Gelände von Hephata um und genossen die schöne Atmosphäre und das gute Essen.
Wir hoffen auf ein Wiedersehen; nächstes Jahr, am zweiten Sonntag im September!
